Gaulin und Partner präsentieren

SEBASTIAN HEINER STUDIO BEIJING  MALEREI
FLORIAN PELKA DIE SIEBEN TODSÜNDEN  MALEREI
HERBERT MEHLER ON LOCATION NEUE SKULPTUREN
IM KABINETT ARIANE BOSS das kleine Format MALEREI

Sebastian Heiner
Sebastian Heiner | "Heavens Society" | 2008 | Öl auf Leinwand | 200 x 400 cm


Sebastian Heiner
Die farbenprächtigen Gemälde, die unter dem Titel "Studio Beijing" ausgestellt sind, hat Sebastian Heiner in seinem Atelier in Peking gemalt. Dort hatte der Berliner Künstler in den vergangenen Jahren seine vorrangige Arbeitsstätte, dort entstanden die eruptiven, sprühenden Farbfeuerwerke aus heftigen Pinselstrichen und tachistisch aufgeklatschten Farbmassen.

Auch wenn die Bilder frei aus dem Malakt hervorgekommen sind, so liegen ihnen doch stets genaue Beobachtungen zugrunde. Vor allem die Aufführungen traditioneller chinesischer Schattenspiele, deren Figuren durch besonders große künstlerische Übertreibung sowie Deformationen und starke Farbenkontraste gekennzeichnet sind, haben es Sebastian Heiner ebenso angetan wie die folkloristische Farbgebung von Kostümen der fernöstlichen Bühnenkunst. Körperliche Energien entfalteten sich auch im malerischen Nachvollzug eines modernen westlichen Tanztheaters, dessen Bewegungsabläufe aus der festen Form ausbrechen. Die nach der Rückkehr entstandenen Bilder sind durchzogen von rhythmischer Bewegung und amorpher Ruhelosigkeit, die im Gegensatz steht zu den zehn Jahre zuvor gemalten apokalyptischen Berlinbildern, die sich in der schönen Kunst der Katastrophe und des Untergangs ergingen.



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Florian Pelka Florian Pelka | "Widderfrau" | 2009 | Öl auf Leinwand | 100 x 120 cm
Florian Pelka
Im Zentrum der Ausstellung steht der gemalte Zyklus "Die sieben Todsünden". Bei Florian Pelka gerät die christliche Androhung der Höllenstrafe zu einer geradezu grotesken Abfolge von Bildern, einem Comix im besten Sinne des Wortes. Dabei ist jedes Bild bis ins letzte Detail kalkuliert malerisch und farbphysikalisch begründbar. Wenn dabei das Vorbild von Matthias Grünewalds Isenheimer Altar durchscheint, so hat Pelka das eigentliche katholische Thema des strafenden Terrors doch profaniert und in die moderne Lebenswelt transponiert. Grotesk reflektiert er den Status der Kunst und des Künstler im heutigen Konsum- und Medienzeitalter, in dem die Überflutung mit Reizen in einen apokalyptisch-psychedelischen Terror auszuarten scheint.

Doch wie stets in Pelkas Malerei ist alles symbolisch und narrativ zugleich. Der kitschig-artifizielle Farbterror und der obsessiv-schrille Jahrmarkt der Eitelkeiten werden mit höhnischer Ironie gebrochen. Zum flirrend phantastischen Farbspiel der Sieben Todsünden gesellen sich weitere, teils chimärenhafte Gestalten, teils fetischartige Erscheinungen, die ihre Entstehung dem Abtauchen des Malers in traumhafte Welten und seinem Verstecken und Verdecken in den imaginierten Indianerwelten seiner Kindheit verdanken.



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Herbert Mehler
Herbert Mehler
WV 749 | 2008 | Corten-Stahl | 240 x 77 x 77 cm

Herbert Mehler
Herbert Mehler setzt die 2006 begonnene Werkreihe der Kavex-Skulpturen fort. Die aus Corten-Stahl geschweißten Arbeiten scheinen sich an Kunstformen der Natur zu orientieren. Die Gestaltfindung der sich zentrifugal um einen runden Kern anordnenden Metallrippungen oder –faltungen ist jedoch völlig autonom. In ihrer frappierend vielfältigen Abfolge von konkaven und konvexen Formen erscheinen die Skulpturen spielerisch und leicht.

Das steht im Gegensatz zur harten Materialität des Stahls und zum handfesten Entstehungsprozess mit Schweißbrenner und anderen technischen Geräten. In unterschiedlichen Lichtverhältnissen erscheinen die samtigen Oberflächen, die Herbert Mehler in einem eigens entwickelten Prozess präpariert und der verwitternden Oxidation aussetzt, von dunkelbraun bis leuchtend gelb-orange. Diese Farbnuancierungen und das stets wechselnde Spiel von Licht und Schatten camoufflieren den harten industriellen Werkstoff. Unterschiedliche örtliche Rahmenbedingungen ermöglichen – sozusagen "in situ" oder "on location" – eine weite ästhetische Bandbreite von kontemplativer Versenkung bis zum "interesselosen Anschauen" des Naturschönen im klassischen Sinn.



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Ariane Boss
Ariane Boss
"Goldelse, umschwärmt" | 2008 | Öl und Acryl auf Leinwand | 40x50 cm

Ariane Boss
Ihre Gemälde erinnern zuweilen an einen der größten Maler des 20. Jahrhunderts, der zunächst nur unter Künstlern bekannt war und erst spät zum Publikumsliebling avancierte: Henri Rousseau. Die Druckgraphik, die Ariane Boss als ihr wichtigstes künstlerisches Ausdrucksmittel gewählt hat, gemahnt dagegen an die deutschen Expressionisten.

Die Bilder sind nicht als Wiedergabe von Wirklichkeit zu verstehen, sondern als poetische Chiffren einer von Technik und Mobilität durchwucherten Natur und als Aufzeichnungen surrealer Träume. Ins Auge springt die Faszination der Künstlerin mit einer symbolischen Zoologie, die in der Mythologie und in irrealen Traumwelten angesiedelt ist. So gibt es neben weiblichen Centauren auch immer wieder Zebras, denen die schwarz-weiße Streifenzeichnung in der Natur zur Tarnung dient, was ihnen in den Holzschnitten von Ariane Boss eine umso größere Wirkung verschafft.

Biografie





Frank-Thomas Gaulin
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Öffnungszeiten
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